obstbauberatung

 

Streuobst

In Baden-Württemberg stehen derzeit noch ungefähr 10 Millionen hochstämmige Obstbäume auf einer Fläche von 100 000 Hektar. Jeder zweite Streuobstbaum in Deutschland steht in Baden Württemberg.


VBOGL Logo

Resolution zur langfristigen Erhaltung des Streuobstbaus
in Baden-Württemberg

 

Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL) Baden-Wuerttemberg, Januar 1998

 

Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung erfreut sich der Streuobstbau in den letzten Jahrzehnten wieder einer verstärkten Wertschätzung in der Öffentlichkeit. Durch zahlreiche Aktivitäten versuchen Länder, Kreise und Gemeinden sowie zahlreiche Vereinigungen die Aufmerksamkeit auf dieses prägende Element unserer Kulturlandschaft zu lenken, wobei Gesichtspunkte der Landschaftsästhetik, Landeskultur und des Umwelt- und Naturschutzes im vordergrund stehen. Die Förderungsmaßnahmen beschränken sich keinesfalls nur auf Informationsveranstaltungen und -schriften, sondern umfassen auch zahlreiche praktische Initiativen bis hin zur Planung, Durchführung und Finanzierung konkreter Pflanzaktionen sowie der Gründung regionaler Aufpreis-Initiativen zur Schaffung wirtschaftlicher Anreize für die Erhaltung des landschaftsprägenden Streuobstbaus. Durchführung und Finanzierung konkreter Pflanzaktionen sowie der Gründung regionaler Aufpreis-Initiativen zur Schaffung wirtschaftlicher Anreize für die Erhaltung des landschaftsprägenden Streuobstbaus.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung ist in den bislang der Rodung entgangenen Baumbeständen weiterhin ein völlig unbefriedigender Pflegezustand und als Folge davon ein rascher Abgang festzustellen. Besonders beunruhigend ist, dass diese Feststellung nicht nur auf die überalterten Bestände, sondern auch auf einen Großteil der erst in den letzten Jahren, oft mit viel Enthusiasmus, gepflanzten Jungbäume zutrifft. Der LOGL beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Er sagt klar aus, dass die Erhaltung der Streuobstwiesen nur bei einer ausreichend fachlich qualifizierten Pflege gewährleistet ist. Diese Pflege erfordert auch bei extensiver Bewirtschaftung einen hohen Arbeitseinsatz und viel fachliche Einzelkenntnisse.


Um die Nachhaltigkeit des Streuobstbaus zu gewährleisten, hält der LOGL folgende Voraussetzungen für unabdingbar.

Sicherstellung einer kontinuierlichen fachlich qualifizierten Pflege bereits bei der Planung von Pflanzvorhaben

Forderung:
Stärkere Ausrichtung finanzieller Förderungsmaßnahmen am Ziel der Nachhaltigkeit
durch Einbeziehung künftiger Pflegemaßnahmen anstelle reiner Pflanzhilfen

Sicherstellung einer fachlichen Aus- und Weiterbildung der für die Pflege Verantwortlichen durch Kurse, Schnittlehrgänge, Vorträge etc. durch Bereitstellen eines ausreichenden Stammes von Fachpersonal und fachlichen Institutionen

Forderung:
Erhaltung von Beratungsstellen für Obst- und Gartenbau bei den Landratsämtern, Erhalt von Stellen in Hochschulinstitutionen und Lehr- und Versuchsanstalten

Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit gesundem Pflanz- und Veredelungsmaterial

Forderung:
Erhaltung der speziellen Streuobstsortimente in Reiserschnittgärten.
Einrichten von Obstsortengärten zur Erhaltung alter Sorten

Koordination der einzelnen Aktivitäten zum Erhalt des Streuobstbaus

 

Der LOGL wendet sich an alle tangierten staatlichen, kommunalen und privaten Stellen mit der Bitte, ihre Aktivitäten im sinne der vorstehenden Forderungen zu verstärken und zu erweitern. Er fühlt sich seinerseits als Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine Baden-Württembergs mit derzeit ca. 80.000 Mitgliedern traditionsgemäß zu entsprechenden Aktivitäten verpflichtet.
Deshalb wurde im LOGL eine Arbeitsgruppe Streuobst gegründet, die sich aus Obstbauwissenschaftlern und -fachleuten sowie Funktionsträgern des Verbandes zusammensetzt. Darüber hinaus verfolgt der LOGL das Ziel einer landeseinheitlichen Ausbildung eines Teils seiner Mitglieder zu Fachwarten für Obst- und Garten. Dadurch soll die fachliche Kompetenz in den Obst- und Gartenbauvereinen gestärkt werden. Hierzu hat der Verband bereits einen Ausbildungsrahmenplan sowie Unterrichtsunterlagen erstellt. Organisiert werden die Ausbildungsveranstaltungen von den jeweiligen Kreis/Bezirksverbänden in Verbindung mit den Kreisfachberatungsstellen für Obst- und Gartenbau an den Landratsämtern.
Der LOGL sieht sich bei seinen Aktivitäten nicht als Konkurrent, sondern als Partner anderer im Streuobstbereich engagierter Verbände und Institutionen, mit denen er eine effektive Zusammenarbeit anstrebt. Das Ministerium Ländlicher Raum wurde vor der Gründung der Arbeitsgruppe Streuobst in Kenntnis gesetzt und begrüßte die Initiative des Landesverbandes.

Manfred Wagner, Vizepräsident des LOGL
Prof. Dr. Friedrich Weller, Ravensburg
Dr. Walter Hartmann, Universität Hohenheim
Dr. Rupprecht Lucke, Denzlingen
Alfred Schatz, KV Tuttlingen
Markus Zehnder, LRA Zollernalbkreis
Rolf Heinzelmann, Geschäftsführer des LOGL

 

nach oben nach oben    Druck Druckversion