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Marienkäfer

Krankheiten und Schädlinge zählen zu den bedeutendsten Faktoren beim Anbau von Nutzpflanzen. Nur wer die Biologie dieser Organismen kennt, kann sie erfolgreich kontrollieren und Nutz- und Zierpflanzen erfolgreich anbauen.


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Krankheiten und Schädlinge an Gemüse

Phytophtora
Braunfäule der Tomate (Phytophtora infestans)
 
Schadorganismus
Wirtspflanzen
Bedeutendste Pilzkrankheit beim Anbau von Freiland-Tomaten.

Auslöser ist der gleiche pilzliche Erreger, der auch die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel verursacht. Da Kartoffeln und Tomaten zur gleichen Pflanzenfamilie (Nachtschattengewächse) gehören, werden beide Nutzpflanzen befallen.
 
Schadbild
Symptome
Ab Juli (in warmen Lagen auch früher) finden sich auf den Blättern braune Flecken, die sich bei feuchtem Wetter schnell ausbreiten und zusammenfließen. Meist geht die Krankheit von den untersten, bodennahen Blättern aus.

Bei trockenem Wetter stirbt das Blattgewebe innerhalb der Flecken ab. Es könne auch die Stängel, die Blattrippen und die Früchte befallen werden. Geschädigte Früchte haben schmutzig-braune, leicht eingesunkene Flecken mit runzliger Oberfläche. Das Fruchtfleisch ist verhärtet und braunfaul.
 
Biologie Infektionsweg 1:
Der Erreger der Braunfäule überwintert als Mycel in infizierten Kartoffelknollen. Keimen diese Kartoffeln, befinden sich auf den jungen Kartoffeltrieben bereits Sporen, die durch Wind auf die Tomaten gelangen können. In der Nähe von Frühkaroffel-Beständen ist der Befallsdruck daher höher.

Infektionsweg 2:

Nach neueren Erkenntnissen kann der Pilz aber auch auf infizierten Ernterückständen von Tomaten überdauern. Im Frühjahr keimen die sog. Oosporen im Boden und infizieren die untersten Tomatenblätter.

Optimales Pilzwachstum:

Temperaturen von 20 bis 23 Grad C sind optimal für das Pilzwachstum. Auf den Tomaten benötigen die Phytophtora-Sporen nur wenige Stunden Nässe, um auszukeimen und die Tomatenpflanzen zu infizieren. Leichte Taubildung in der Nacht kann bereits genügen. Im geschützten Anbau unter Glas oder Folie tritt die Krankheit wegen der meist fehlenden Blattnässe daher kaum auf.
 
Gegenmaßnahmen > Sortenwahl: Cocktailtomaten werden häufig weniger stark befallen als normale Stabtomaten. Als besonders widerstandsfähig gelten z.B. Philovita, Phantasia und DeBerao. Resistente Sorten gibt es nicht.

> Bei der Standortwahl und Pflege folgendes beachten:

a) Tomaten und Frühkartoffeln nicht in unmittelbarer Nachbarschaft anbauen.
b) Windgeschütze Lagen vermeiden.
c) Tomaten wegen der infizierten Ernterückstände nicht immer auf dem gleichen Beet anbauen.
d) unterste Blätter rechtzeitig (möglichst bis zum ersten Fruchtstand) entfernen, die Blätter sollen den Boden nicht berühren.
e) Tomaten sollten trocken in die Nacht gehen, daher nicht am Abend gießen und nicht über das Laub gießen.
f) Befallene Blätter und Früchte sofort entfernen.

Überdachen der Tomaten

a) Sicherer Schutz vor Infektionen, solange es unter der Folie trocken bleibt (seitliches Spritzwasser, Taubildung).

Direkte Maßnahmen

Im Handel sind verschiedene Spritzmittel erhältlich, die vorbeugend eingesetzt werden. Wichtig: immer vor Regenfällen (Blattnässeperioden) den Belag erneuern
 
 
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